Metadaten sind, wie die Welt dich findet
Dein Künstlername ist ein Schlüssel, kein Etikett. Einheitlich geschrieben verbindet er deinen Katalog, deine Follower und deine Hörhistorie. Anders geschrieben – ein Leerzeichen zu viel, ein geänderter Großbuchstabe, ein an das Ende gerücktes "The" – entsteht ein zweiter Künstler, der zufällig deinen Namen trägt und nichts von deinem Publikum. Das ist der teuerste kleine Fehler im unabhängigen Releasen und vollständig vermeidbar: Schreib deinen Künstlernamen einmal auf und tippe ihn nie wieder aus dem Gedächtnis.
Feature-Artists gehören nie in den Titel
Die Regel ist in jedem großen Store ausdrücklich: Feature- und Kollaborations-Artists dürfen nicht im Track- oder Produkttitel stehen. Sie gehören in ihr eigenes Artist-Feld, auf Trackebene, mit der Rolle "featured". Stehen sie im Titel, passieren drei Dinge – das Release kann abgelehnt werden, der Feature-Artist bekommt auf seinem eigenen Profil keine Gutschrift, und die algorithmische Verbindung zwischen beiden Künstlern entsteht nie. Letzteres ist der eigentliche Preis, denn über diese Verbindung finden dich seine Hörer.
Versionsangaben haben ein eigenes Feld
"Radio Edit", "2011 Remaster", "Live at Brixton, 2019" – all das gehört ins Versionsfeld, ohne Klammern, eine Version pro Feld. Nicht in den Titel. Und eine Originalfassung trägt überhaupt keine Versionsangabe, was bedeutet: "Original Mix" ist keine Version, sondern eine Ablehnung. Darüber stolpern Elektronikproduzenten ständig, weil die Konvention in dieser Szene das Gegenteil dessen ist, was die Stores durchsetzen.
Was Stores als Suchbegriff werten
Alles, was die Musik beschreibt, statt sie zu benennen. "Sleep Music", "Study Beats", "Best Of", "Greatest Hits", "Music for Concentration" im Artist-Feld werden als Versuch abgelehnt, Suchtraffic abzugreifen. Im Titel werden Cover-Hinweise wie "Made Famous By", "In the Style of", "Originally Performed By" und "Tribute to" aus demselben Grund abgelehnt. Ebenso Jahreszahlen, Instrumente, Zugehörigkeiten und Labelnamen im Artist-Feld.
Groß- und Kleinschreibung, Emoji und die Kleinigkeiten
Englische Titel werden am ersten und letzten Wort großgeschrieben, während Präpositionen mit vier Buchstaben oder weniger klein bleiben, sofern sie nicht Teil einer Verbalphrase sind. Durchgehende Großschreibung wird normalisiert, außer sie ist wirklich dein Schriftbild. Emoji werden abgelehnt. Doppelte Leerzeichen ergeben eine andere Zeichenfolge und damit manchmal einen anderen Künstler. Nichts davon ruiniert für sich genommen eine Karriere, und alles zusammen ist der Unterschied zwischen einem Katalog, der professionell aussieht, und einem, der improvisiert wirkt.